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Presseerklärung vom 27. November 2001
Mit Strohballen gegen "Bifi" und "Du darfst"
Greenpeace protestiert vor Unilever-Fleischwerk gegen Massentierhaltung
Ansbach/ Hamburg, 27. 11. 2001 ? Die Zufahrten des Unilever-Fleischwerks in
Ansbach (Bayern) haben 50 Greenpeace Aktivisten heute Morgen aus Protest
gegen die Verwendung von Fleisch aus Massentierhaltung geschlossen. Mit
einem Trecker lieferten die Umweltschützer 130 Strohballen an, die sie vor
den Werkstoren stapelten. Auf 30 Stop-Schildern und acht Bannern fordern
sie "Schluss mit Massentierhaltung bei Bifi und Du darfst". Greenpeace
dokumentiert seit August die schlechten Haltungsbedingungen für Puten, die
für "Du darfst"-Produkte verwendet werden. Das Fleischwerk in Ansbach
stellt diese Produkte ebenso her wie die "Bifi"-Würstchen. Die Schweine,
deren Fleisch für die Würstchen verarbeitet wird, erhalten nach Angaben von
Unilever Futter, das Gen-Soja enthält.
"Die Konzernlenker von Unilever stellen sich immer noch taub", sagt Martin
Hofstetter, Landwirtschafts-Experte von Greenpeace. "Dabei ist seit dem
Sommer bekannt, welche skandalösen Zustände in den Ställen herrschen.
Dieser Umgang mit den Tieren ist verantwortungslos und gefährdet auch
Mensch und Umwelt." Greenpeace fordert Unilever auf, kein Fleisch mehr aus
Massentierhaltung zu beziehen und damit auch ein Zeichen zu setzen für
andere Nahrungsmittelunternehmen.
Puten werden in Stallanlagen mit bis zu 20 000 Tieren im Schnelldurchgang
auf über 20 Kilogramm gemästet. Viele Tiere erkranken durch die enge
Haltung und sterben während der Mast. Als Folge der Turbomast entzünden
sich Gelenke und Brustmuskulatur der Tiere. Wegen der schlechten
Haltungsbedingungen werden den Tieren massiv Antibiotika verabreicht.
Das Schweinefleisch für "Bifi" bezieht Unilever von dem dänischen
Schlachtunternehmen Danish Crown. Das Unternehmen ist in der Lage, auf
Gen-Soja im Schweinefutter zu verzichten: Für Fleischabnehmer aus
Großbritannien wird diese Bedingung bereits erfüllt.
Das Fleischwerk des Unilever-Konzerns ist einer der größten Arbeitgeber im
Raum Ansbach. Mit Flugblättern informieren die Greenpeace Aktivisten die
Belegschaft des Werks darüber, dass sich der Protest nicht gegen sie
persönlich richtet. "Wir wollen, dass Unilever Fleisch verarbeitet, dass
von Tieren aus artgerechter Haltung stammt. Das kann auch die Belegschaft
des Fleischwerkes unterstützen, denn nur qualitativ hochwertige
Lebensmittel können langfristig am Markt bestehen. Wer auf Qualität der
Lebensmittel achtet, muss sich auch für eine bessere Tierhaltung und
Fütterung einsetzen."
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Martin Hofstetter, Tel. 0171-8780
830, und Pressesprecher Michael Hopf, Tel. 0171-8780 835. Hier erhalten Sie
auch Auskunft zu Beta SP-Material von der Aktion und aus den Ställen. Fotos
erhalten Sie unter 040-30618-376/377. Internet:
www.greenpeace.de/landwirtschaft
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