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Greenpeace Österreich
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Tel: 01-5454580-0, Fax: 01-5454588
www.greenpeace.at
Presseaussendung
Mittwoch, 28. November 2001
Umwelt/Greenpeace/Temelin/Atom/Schüssel
Greenpeace warnt Schüssel vor "Umfaller-Domino" in Brüssel
Offensive gegen europäische Risikoreaktoren statt knieweicher Mauschelei
Wien (OTS) ? Anlässlich der für morgen überraschend angesetzten
Temelin-Verhandlungen in Brüssel warnte Greenpeace heute Bundeskanzler
Schüssel vor einer Fortsetzung des "Umfaller-Dominos" in Sachen
Anti-Atompolitik. "Nach den Umfallern bei den Verhandlungen zu den
Energiekapiteln mit Slowenien und der Slowakei droht Schüssel nun auch bei
Tschechien in die Knie zu gehen", kritisierte Erwin Mayer, Energieexperte
von Greenpeace Österreich. "Anstatt endlich die im Anti-Atom-Aktionsplan
von 1999 vereinbarte Offensive gegen mittel- und osteuropäische
Risikoreaktoren zu starten, versucht Schüssel mit Tschechien knieweiche
Kompromiss-Klauseln auszumauscheln. "Wir erwarten uns von Schüssel, zu
seinem Wort zu stehen, und das Energiekapitel mit Tschechien erst
abzuschließen, wenn alle Sicherheitsmaßnahmen auch tatsächlich umgesetzt
sind und eine seriöse Prüfung der Nullvariante vorliegt oder das Kraftwerk
Temelin stillgelegt ist", erinnert Mayer an die Versprechen der
Bundesregierung.
Greenpeace wandte sich auch entschieden gegen die politischen
Täuschungsmanöver von FPÖ und ÖVP: "Auf den ersten Blick klingt die
Rhetorik von Schüssel und Riess-Passer ähnlich wie die Forderungen der
Atomgegner. Doch wir warnen vor parteitaktischen Mogelpackungen! Es ist ein
gravierender Unterschied, ob man sich mit Sicherheitszusagen auf Papier
abspeisen lässt oder diese Maßnahmen auch tatsächlich vor dem Abschluss des
Energiekapitels umgesetzt sind. "Wenn die FPÖ die Verhandlungsspielräume
mit Tschechien wirklich ausschöpfen wollte, warum lehnte sie dann den
Beschluss einer Ministerbindung im parlamentarischen Hauptausschuss ab, die
den Abschluss des Energiekapitels an die Umsetzung sämtlicher
Sicherheitsmassnahmen in Temelin gekoppelt hätte?" fragte Erwin Mayer
berechtigt. "Wir vermuten, die FPÖ hat im Grunde nichts gegen einen
Abschluss des Energiekapitels noch vor Jahresende, um dann freie Bahn für
ihr Volksbegehren im Jänner zu haben, das dann allerdings ohne Wirkung
bleiben wird."
Greenpeace erinnert Bundeskanzler Schüssel an die im Anti-Atom-Aktionsplan
von 1999 vereinbarte Initiative zur Schließung aller Risikoreaktoren in den
mittel-osteuropäischen Beitrittsländern vor einem EU-Beitritt. "Von diesen
Zusagen ist nicht mehr viel übrig: Im Fall von Slowenien und der Slowakei
hat sich Österreich mit unverbindlichen Schließungszusagen abspeisen
lassen. Das gleiche droht nun auch im Fall Tschechiens. Wir bekräftigen die
Forderung nach einer entschiedenen und umfassenden Anti-Atompolitik
Österreichs. Wie das Österreichische Ökologie-Institut völlig richtig
angemerkt hat, geht die Problematik von Risikoreaktoren wie Bohunice,
Kosloduj und Ignalina im Parteien-Hype um Temelin völlig unter. Aktivitäten
seitens der Bundesregierung zur Schließung dieser gefährlichen Atom-Meiler
fehlen. Die einst recht engagierte Anti-Atompolitik Österreichs droht zu
einer lächerlichen Medien-Nummer zu verkommen."
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace Österreich, tel.
01-5454580-29 oder 0676-5147246
Mag. Erwin Mayer, Energie-Experte Greenpeace Österreich, tel. 01-5454580-48
oder 0664-2700441
Steffen Nichtenberger, Anti-Atom-Experte Greenpeace Österreich, tel.
0699-11502360
Josef Temmel
Greenpeace Austria
Media Assistent
(0043) 1 5454580-26
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