[Final-releases] Germany: Greenpeace: New patent for breast-cancer gene

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[Final-releases] Germany: Greenpeace: New patent for breast-cancer gene given



Presseerklärung vom 30. November 2001

            Greenpeace: Neues Patent auf Brustkrebs-Gen erteilt
    Europäisches Patentamt in München stellt sich gegen das Europäische
                                 Parlament

Hamburg,  30. 11 2001 ? Nach Recherchen von Greenpeace und der Organisation
"Kein Patent auf Leben!" hat das Europäische Patentamt (EPA) in München der
Firma  Myriad  (USA)  am 28. November erneut ein Patent auf das menschliche
Gen  erteilt,  das als Auslöser für Brustkrebs gilt. Myriad erhielt bereits
am  23. Mai 2001 ein ähnliches Patent, das in ganz Europa auf Kritik stieß.
Das  Europäische  Parlament  beschloss am 4. Oktober 2001 dagegen Einspruch
einzulegen.  Trotzdem  hat  das EPA nun das Patent EP 705 902 vergeben, das
sogar weiter geht als das vorige.

"Das  EPA  will  die  Patentierung  menschlicher Gene gegen alle Kritik aus
Politik  und Gesellschaft durchsetzen", sagt Christoph Then, Patent-Experte
von  Greenpeace.  "Statt  die  Einsprüche zu berücksichtigen und politische
Entscheidungen  abzuwarten,  verschachern  die  Elite-Bürokraten  weiterhin
Patente  auf  Gene von Menschen, Tieren und Pflanzen. Die Gen-Räuber müssen
gestoppt werden."

Greenpeace  fordert  den Bundestag auf, Patente auf Lebewesen und ihre Gene
zu  verbieten und wie das Europäische Parlament Einsprüche gegen die beiden
Patente  einzulegen.  Der Bundestag wird vor Weihnachten oder zu Beginn des
nächsten  Jahres  endgültig  darüber entscheiden, ob Gene patentiert werden
können.

Das  betroffene  BRCA1-Gen  ist  eines  von  zwei Brustkrebs-Genen, das bei
bestimmten  Fällen  von  Brustkrebs  eine  zentrale Rolle spielt. Das erste
Patent  EP  0705 903 (23.5.2001) bezieht sich auf das mutierte Gen, das für
die  Diagnose  der  Krankheit  wichtig ist. Das neue Patent umfasst das Gen
auch  in  seiner  gesunden  Variante,  mit  dem  sich  eventuell  Therapien
entwickeln  lassen.  Das  Gen  steht  auch  im  Verdacht, bei Prostata- und
Dickdarm-Krebs  zu  wirken.  Obwohl  Myriad  zu  diesen  Erkrankungen  laut
Patentschrift  nicht  geforscht  hat,  gelten die umfassenden Patent-Rechte
auch für diese Funktionen des Gens.

"Andere  Wissenschaftler  und  Firmen  dürfen  nur  noch  an den Funktionen
forschen   und   die   Ergebnisse   verwerten,  wenn  Myriad  zustimmt  und
Lizenzgebühren  erhalten  hat",  erklärt  Then.  Daher  protestieren  außer
Greenpeace   auch  Humangenetiker,  Bundesärztekammer,  Krankenkassen,  das
Institut  Curie  in  Paris  und das französische Ministerium für Gesundheit
gegen die Patentierung des Gens.

Die   neue  Entscheidung  des  EPA  dürfte  auch  den  Deutschen  Bundestag
überraschen,  der  seit  Monaten  über  die  Patentierung menschlicher Gene
berät.  Nachdem der Bundesrat und die Ethik-Kommission des Bundestages sich
bereits  gegen  derartige  Patente  ausgesprochen  hatten,  mehren sich die
Stimmen  derer,  die  zumindest  eine  klare  Begrenzung  der  Patente  auf
bestimmte  technische  Anwendungen  fordern.  Diese  Lösung,  zu  der sogar
Fachleute  des Deutschen Patentamtes angeregt haben, unterläuft das EPA mit
seiner neuen Entscheidung.


Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Christoph Then, Tel. 0171-8780 832
(ab  10  h  auch  040-30618-395),  oder  Pressesprecher  Michael Hopf, Tel.
0171-8780 835 (später 040-30618-345). Internet: www.greenpeace.de



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