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Presseaussendung
Freitag, 30. November 2001
Greenpeace/Atom/Tschernobyl/K2R4
Greenpeace: AKW Tschernobyl wird nicht ersetzt!
Ukraine lässt umstrittenen Finanzdeal mit der EBRD platzen
Wien/Berlin - Greenpeace begrüßt die gestrige Entscheidung des ukrainischen
Präsidenten Leonid Kutschma, den internationalen Finanzdeal zur
Fertigstellung zweier Atomkraftwerke in der Ukraine platzen zu lassen.
Diese beiden Atomkraftwerke ? Khmelnitsky 2 und Rovno 4 - hätten die heuer
stillgelegten Reaktoren von Tschernobyl ersetzen sollen.
Präsident Kutschma erklärte gestern in Moskau, dass die Bedingungen für
einen Kredit der EBRD, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und
Entwicklung, inakzeptabel seien. Die EBRD ist das führende Institut bei der
Finanzierung der sogenannten "K2R4"-Reaktoren. Mit dem Platzen der
Vereinbarung ist auch die EURATOM-Finanzierung in der Höhe von neun
Milliarden Schilling in Frage gestellt. Die EU-Kommission hatte diese
Gelder erst letztes Jahr zugesichert. Greenpeace forderte die Kommission
heute auf, sich offiziell von diesem Projekt zu verabschieden. Die
Entscheidung der Ukraine ist eine Überraschung: Die EBRD wollte erst
gestern die umstrittene Finanzhilfe in der Höhe von 3,3 Milliarden
Schilling endgültig beschließen.
"Zwei höchst gefährliche Reaktorprojekte in einem Land mit alarmierender
Nuklear-Sicherheit sind jetzt am Ende. Das sind wunderbare Nachrichten für
die Ukraine, deren Nachbarn und den Rest der Welt", freut sich Greenpeace-
Atomexperte Tobias Münchmeyer. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die
EBRD, die Richtung zu ändern. Wir müssen der Ukraine nun helfen, eine
nachhaltige Energieproduktion zu entwickeln."
Die Ukraine will die K2R4-Reaktoren zwar auf jeden Fall mit finanzieller
und technischer Unterstützung Russlands fertig stellen. Trotz groß
angekündigter Pläne ist Russland allerdings nicht einmal in der Lage, seine
eigenen halbgebauten Reaktoren fertig zu stellen. Seit 1993 ist nur eine
Anlage (Rostov 1) in Betrieb gegangen.
Weitere Informationen:
Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace Österreich, tel. 01-5454580-29 oder
0676-5147246
Jon Walter, Pressesprecher Greenpeace International, tel. +31 6 212 969 20
Tobias Münchmeyer, Atomexperte Greenpeace Deutschland, tel.
0049-170-8666052
Josef Temmel
Greenpeace Austria
Media Assistent
(0043) 1 5454580-26
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